Logo
  • Startseite
  • News
  • Schutzverpackung für Maschinen: Wie kommen Industriegüter schadensfrei an?

Schutzverpackung für Maschinen: Wie kommen Industriegüter schadensfrei an?

· von Redaktion

Eine Schutzverpackung für Maschinen verbindet vier Elemente: eine tragfähige Außenverpackung, Fixierung und Polsterung im Inneren, Korrosionsschutz und eine dauerhafte Kennzeichnung. Damit Industriegüter schadensfrei ankommen, müssen diese Elemente auf die Belastungen der Route ausgelegt sein und die Ladung im Fahrzeug oder Container gesichert werden.

Die Verantwortung liegt nach deutschem Frachtrecht grundsätzlich beim Absender: § 411 HGB verpflichtet ihn, das Gut, soweit nötig, so zu verpacken, dass es vor Verlust und Beschädigung geschützt ist. Nutzt er Paletten oder Container, muss er es darauf oder darin beförderungssicher stauen und sichern. Haftungsfragen im Einzelfall hängen auch von Verträgen und internationalen Regelungen ab; dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Im Maschinenbau gehört die Industrieverpackung deshalb von Anfang an zur Planung.

Wie vermeiden Sie Transportschäden an Maschinen?

Transportschäden entstehen vor allem durch mechanische, klimatische und biotische Beanspruchungen. Der Transport-Informations-Service (TIS) des Versichererverbands GDV nennt drei Gegenmittel: beanspruchungsgerechte Verpackung, angemessene Ladungssicherung und richtiges Feuchtemanagement.

Wie stark die Kräfte sind, hängt vom Verkehrsträger ab. Nach den Packrichtlinien des CTU-Codes, die der TIS wiedergibt, gilt im Straßentransport in Fahrtrichtung eine Beschleunigung von 1 g. Auf See wirken seitlich 0,8 g, also 80 % der Gewichtskraft. Bei Rangierstößen im Eisenbahnverkehr muss die Ware gegen bis zum Vierfachen ihrer Gewichtskraft gesichert sein.

Hinzu kommt die Wiederholung: Auf der Straße tritt die Höchstbelastung meist nur einmal auf. Auf See wiederholen sich die seitlichen Bewegungen, etwa zwischen Hamburg und New York, einige zehntausend Mal. Eine Schutzverpackung, die eine Lkw-Fahrt übersteht, ist deshalb nicht automatisch seefest.

Wie verpacken Sie eine Maschine richtig?

  1. Sauber vorbereiten: Metallteile vor dem Konservieren nicht mit bloßen Händen berühren. Laut Marcus Kirschner, Geschäftsführer des Bundesverbands Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE), können schon Fettabdrücke den Korrosionsschutz gefährden.
  2. Außenverpackung wählen: Als Packmittel dienen Holzkisten, Verschläge sowie Konstruktionen aus Well- und Vollpappe. Verpackungsholz darf laut TIS höchstens 12 bis 18 % Wassergehalt haben, der Kistendeckel soll einen Stapelstauchdruck von 1 t/m² aushalten.
  3. Abstand einplanen: Zwischen Maschine und Kistenwand gehören mindestens 30 mm, bei empfindlichen Teilen und Klimaverpackungen mindestens 50 mm.
  4. Fixieren und polstern: Für Bauteile mit komplexer Geometrie eignen sich expandierende Schaumpolster, empfindliche Baugruppen halten Membranpolster ohne Verrutschen in Position. Ersatzteile und Zubehör reisen in Kartonagen nach Maß.
  5. Dauerhaft kennzeichnen: Für Maschinen- und Versanddaten sind Blechschilder besser geeignet als Kunststoffhüllen. Letztere werden laut TIS „bei Transport und Umschlag durch Beschädigung und Feuchtigkeit leicht zerstört“.

Passend zu diesem Artikel: Verpackungen für den Maschinenbau | FUCHSPACK Sicherer Versand für schwere Güter & Präzisionsbauteile. Robuste Polstersysteme für den Maschinenbau. Prozesssicher & effizient. Jetzt informieren! Mehr zu Verpackungen für den Maschinenbau | FUCHSPACK →

Was gilt bei der Verpackung für schwere Teile?

Steht eine schwere Maschine mit kleiner Auflagefläche im Container, braucht sie eine lastverteilende Unterlage aus Kanthölzern, die sogenannte Garnierung. Sonst wird der Containerboden punktuell überlastet.

Gesichert wird die Ladung direkt mit Zurrketten oder Drahtseilen, formschlüssig über andere Ladung oder Holzpallungen oder kraftschlüssig durch Niederzurren. Beim Anschlagen von Lasten sollte der Spreizwinkel unter 60° bleiben.

Für den Seetransport teilt der HPE die Anforderungen in drei Teile: Korrosionsschutz gegen Seeluft, Sicherung des Packguts in oder auf der Verpackung und Sicherung der Verpackung im Container. Gute Polster in der Kiste ersetzen also keine Ladungssicherung.

Welcher Korrosionsschutz gehört in die Schutzverpackung?

Korrosion beginnt laut TIS ab etwa 40 % relativer Luftfeuchte und nimmt oberhalb von 60 % stark zu. In Klima- oder Dichtverpackungen gilt deshalb ein Zielwert unter 40 bis 50 %. Drei Methoden stehen zur Wahl:

  • Schutzschicht: Öle, Wachse oder Schutzmittel auf Wasser- oder Lösungsmittelbasis trennen die Metalloberfläche von Feuchte, Salzen und Säuren.
  • Trockenmittel: Das Packgut wird mit Trockenmittelbeuteln in eine wasserdampfdichte Sperrschichtfolie, etwa Aluminiumverbundfolie, eingeschweißt. Die Beutel hängen oben, gut umströmt und ohne Kontakt zum Metall.
  • VCI: Ein flüchtiger Korrosionsinhibitor schlägt sich als Schutzfilm auf Metall nieder. Luftdichtes Verschweißen ist nicht nötig, die Methode eignet sich aber nur für rein metallische Gegenstände. Beim Umgang ist die TRGS 615 zu beachten.

Bei der Trockenmittelmethode zählt die Lage des Holzes: Feuchtes Holz innerhalb der Sperrschicht ist der größte Feuchtelieferant. Im Rechenbeispiel des TIS, einem Maschinenexport nach Brasilien über 100 Tage, sinkt der Bedarf von 8.346 auf 246 Trockenmitteleinheiten, wenn die Holzabstützung außerhalb der Folie liegt.

Wann brauchen Sie eine ESD-Schutzverpackung?

Bei elektronischen Baugruppen kommt der Schutz vor elektrostatischer Entladung hinzu. Die DIN EN 61340-5-1 beschreibt ein ESD-Kontrollprogramm für Bauteile, die ab 100 V (Human Body Model), 200 V (Charged Device Model) oder 35 V an isolierten Leitern empfindlich sind. Die Ausgabe 2017 wurde durch eine Fassung von 2024 ersetzt.

Bereits die Ausgabe 2017 enthält keine Verpackungsanforderungen mehr; diese stehen in der IEC 61340-5-3. Sie legt die Eigenschaften einer ESD-Schutzverpackung für Produktion, Transport und Lagerung fest. Mit der Ausgabe 2022 wurde die Anforderung an die Abschirmung gegen elektrostatische Entladung von 50 nJ auf 20 nJ verschärft. Schutz vor elektromagnetischen Störungen (EMI) oder Pulsen (EMP) deckt die Norm nicht ab.

Polster und Fixierung lösen das Stoßproblem, nicht das elektrostatische. Prüfen Sie deshalb bei jedem Material, ob es für ESD-empfindliche Bauteile ausgewiesen ist.

Häufige Fragen

Braucht jede Holzkiste für den Export einen IPPC-Stempel?

Nein. ISPM 15 gilt für Holzverpackungen über 6 mm Stärke, etwa Paletten, Kisten und Stauholz. Holzwerkstoffe wie Sperrholz, Spanplatten, OSB und MDF sind ausgenommen. Betroffenes Holz wird zum Beispiel mindestens 30 Minuten bei 56 °C im gesamten Querschnitt erhitzt und an mindestens zwei gegenüberliegenden Seiten dauerhaft gekennzeichnet.

Wie lange schützt VCI vor Korrosion?

Der TIS nennt eine Wirkdauer von bis zu zwei Jahren. Das ist ein Richtwert, keine Garantie: Die tatsächliche Schutzdauer hängt von Verpackung, Klima und Produkt ab.

Reichen Luftpolster für Maschinenteile?

In der Praxis dienen Luftpolster vor allem als Hohlraumfüllung. Schwere oder kantige Bauteile brauchen zusätzlich eine Fixierung. Welches Polster passt, hängt von Gewicht, Form und Route ab.

Sie planen den Versand von Maschinen, Baugruppen oder Ersatzteilen? Mit unseren Branchenlösungen entwickeln wir maßgeschneiderte Verpackungskonzepte für Ihren Schutz und Ihren Workflow. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und schildern Sie kurz Packgut, Gewicht und Route.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt und redaktionell geprüft. Das Artikelbild ist KI-generiert.

Zurück zur Übersicht